Kolumne – FC Berghain

März 2011

"Berlin, 26. Mai 2019. Ganz Berlin feiert – am Roten Rathaus jubeln die Fans den Spielern des FC Berghain Berlin zu, die gestern mit einem 2:1 in der Relegation gegen den Karlsruher SC den Aufstieg in die Zweite Fußball-Bundesliga perfekt gemacht haben.



Mit dem FC Berghain ist damit ein Kult-Klub vom Schlage des FC St. Pauli ins bezahlte Fußball-Geschäft aufgestiegen. Es hat sich also gelohnt, dass die Betreiber des gleichnamigen Clubs in Friedrichshain die Millionen und Abermillionen in den Sport investierten, die sie den schlangestehenden Easy-Jet-Ravern abgenommen haben.

Acht Jahre zuvor ging alles in der untersten Liga los, das Team, eher eine Kneipenmannschaft, hielt sich jedoch erstaunlich gut und wurde Schritt für Schritt um erfahrene Spieler ergänzt. Nach dem Aufstieg in die Berlin-Liga kamen die Fans dazu. Anfangs war man noch irritiert, als der Club sonntags um 13 Uhr für vier Stunden schloss und die versammelte Partygemeinde mit Bussen ins Stadion karrte. Doch gab es nach der Rückfahrt regelmäßig was zu feiern und so beschwerte sich niemand mehr.

Kult wurde der FC Berghain auch durch die Gesänge seiner Fans: "Schiri, wir wissen wo dein Dealer wohnt" ist inzwischen in die Fußballgeschichte eingegangen. Während beim Pausenprogramm bei Hertha BSC nach wie vor ein Kasten Bier beim Torwandschießen zu gewinnen ist, gab's beim FC Berghain traditionell die Mittelline als Hauptpreis.

Der endgültige Durchbruch kam dann mit dem Neubau des Juan-Atkins-Stadions direkt vorm Berghain, das die Fenster der Panoramabar zur VIP-Loge umfunktionierte. Für Multitaskingtalente wurden Monitore für die Liveübertragung in einigen Darkrooms installiert.

Die Fußballfreunde in Deutschland freuen sich jetzt auf die kommende Saison, wenn die Jungs in den grauen Trikots mit dem bordeauxroten Brustring die Stadien bereisen und natürlich auf ihre unverwechselbaren Fans, die dafür bekannt sind, vor allem an Mittwochsterminen reichlich auf die Auswärts-Tribünen zu strömen. Am Wochenende, so der Fanbeauftragte, seien seine Leute irgendwie nicht so ganz beweglich: "Das ist eben kulturell bedingt."

pozor!

(Getagträumt beim Derby im Olympiastadion als einziger im Union-Block mit einen Berghain-Fanschal…)


by on Februar 25, 2011

Kommentare

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